Spiegel des Glücks, Ar und Ra
Der Wille des Geistes ist die höchste Stufe der Unparteilichkeit
und die vollkommene Vollendung des Geistes auf Erden.
Dann sprach Jesus zu den Juden: ‚Wenn ihr in mir bleibt durch
das Wort, seid ihr wahrhaft meine Jünger. Und ihr werdet die
Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.
‘Sie antworteten ihm: ‚Wir sind Abrahams Nachkommen und waren
niemals jemandes Sklaven. Wie kannst du sagen: „Ihr werdet frei
werden“?‘ Jesus antwortete ihnen: ‚Wahrlich, wahrlich, ich sage
euch: Jeder, der die Sünde tut, ist ein Sklave der Sünde.‘
Johannes 8, 31-34
Die Wolken sammelten sich am Himmel… Ein feuriger Blitz zuckte auf, und der erste Donner ertönte. Zwei Kräfte prallten aufeinander: kalt und heiß. Die Luft umarmte die Welt mit Reinheit, Leichtigkeit und lebensspendender Energie. Dicker Regen strömte herab. Die Tropfen, die auf die glühende Erde fielen, schienen sofort zu verdampfen… Und der Duft von erhitztem Ton lag in der Luft. Petro-cop. Hier formten die Ahnen-Töpfer ihre Gefäße. Das Tagesgestirn hatte hier seinen Ofen und bedeckte die Erde mit dem Geist des Schöpfers. Die ganze Erde war erfüllt von Krügen, kleinen Becken und Münzen. Himmlische Schöpfungen wurden hier gebrannt, dann mit taufrischen Pfeilen aus dem Himmel gehärtet. Und sie erfüllten sich mit dem Aroma von Apfelblüten, dem Duft von Wermut-Honig, den Geistern der Akazien und dem Geschmack von Kiefernwäldern. Durch Rauch und dichte Dickichte drang der kristallklare Geist – reich an Ozon und Leben.
Die Hirsche suchten Schutz am Rand der Marmaros… Sie schienen sich inmitten der steilen Felsgipfel zu verlieren. Oder machen vielleicht unglaubliche Höhenunterschiede und herausfordernde Wetterbedingungen die Berge noch grenzenloser? Aber nein, die verlassenen Berglandschaften wurden für die Waldbewohner noch attraktiver. Das Leben existiert.
Ra schluckte gierig die eisigen Tropfen der Frische, öffnete weit seinen Mund, um nicht an der Transparenten Reinheit zu ersticken, die alles Lebendige mit solcher Kraft ergriff…
Nur die weise Ar atmete frei und schnell, als fürchtete sie, dass jemand ihr Vergnügen stören könnte.
Der Regen ließ so schnell nach, wie er gekommen war… Silberne Tränen tropften weiterhin über die fleischigen Blätter, flüsterten miteinander. Alles Lebendige raschelte und regte sich – Bewegung erwachte. Das Leben geht weiter.
Die Menschen schrien laut, kreischten, zerstörten etwas Unbegreifliches, töteten, rissen auseinander… und klagten mit Genuss.
Das Geräusch des Taubengurrens, das Kreischen eines Sumpfvogels, das Dröhnen eines Lastwagens… Schüsse. Ra spannte sein Gehör an:
— Warum sind die Menschen laut und aufgewühlt, wenn die Welt so gut ist?
— Lieber Ra, die menschliche Schöpfung hat sich in ihren Absichten vom Höheren Plan entfernt und treibt hier auf der Erde ihr Spiel, sucht die Wahrheit in der Dunkelheit.
— Doch die Sonne scheint für alle gleich. Warum nehmen nicht alle ihre Segnungen an?
— Das höchste Wohl aller Lebewesen ist es, ein Freier Geist zu sein. Sich mit dem Geist des Universums zu vereinen, in seiner Dimension jenen Bezugspunkt zu erreichen, an dem das Gute jede Negation übertrifft, die das Leben rücksichtslos niedertritt.
— Wie verstehen wir, was Gut und Böse ist?
— Alles ist in der Urmutter miteinander verbunden. Das Gute ist das Leben. Das Böse ist der Tod. Doch beides muss geschehen. Schlimmer ist es, die Last des Bösen zu tragen.
— Und wie erkennen wir, wann und was notwendig ist?
— Friedvoller Junge, es wird in dieser Welt immer Opfer und Jäger geben. Doch wie bewahren wir dieses Gleichgewicht, um die Noosphäre nicht zu verderben, um nicht den einzigen Faden zum Kosmischen Raum zu verlieren?
— Ich muss darüber nachdenken…
Die Kerze der Seele AR und RA
Wille und Vernunft sind ein und dasselbe. Beide sind nichts
weiter als individuelle Wünsche und Ideen. Falsche
Schlussfolgerungen entstehen nur durch mangelndes
Wissen: Sie führen zu verzerrten und verwirrten Gedanken
sowie zu fehlerhaften Handlungen.
Benedict Spinoza
In den Tiefen des Geistes eines jeden Menschen gibt es vollständige Gedanken und andere, die unvollständig oder verwirrt sind.
Wenn die Handlung der Idee folgt, befindet sich unsere Seele in einem passiven Zustand, und je länger ein Wesen lebt, desto mehr unvollständige Gedanken hat es, desto mehr neigt seine Seele zu Leidenschaften.
Denn Gedanken sind Handlungen, die Neigungen erzeugen, und Neigungen wiederum formen das Bewusstsein.
Doch selbst auf diesem Lebensweg bleibt die Wahl zwischen zwei Pfaden – dem Pfad des Guten und dem Pfad des Bösen…
Відредаговано: 02.07.2026